Die Vergiftung

Titel: Die Vergiftung
Autor: Maria Lazar
Produkttyp: Ungekürztes Hörbuch
Erschienen: 2026
Format: mp3, 128 kbit/s
Gelesen von: Natalie Nussbaumer
Spieldauer: 4 Std. und 9 Min.
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Thalia

Inhaltsangabe

Die Tür

Der Kleiderkasten

Die Mutter

Onkel Gustav

Mittagessen

Geld

Gott

Gute Familie

Brand

Eine Mutter

Der Tod

Vision

Abrechnung

Infotext:

Maria Lazar war Tochter einer vermögenden, zum Katholizismus konvertierten großbürgerlich-jüdischen Familie, die das jüngste Kind zur Ausbildung in die reformpädagogische Mädchenschule der Eugenie Schwarzwald schickte, an der ihr Interesse an literarischer Arbeit gefördert wurde. Die Pädagogin unterhielt einen heute legendären Wiener Salon, in dem die früh von ihr geförderte Maria Lazar Persönlichkeiten des damaligen Kulturlebens traf: Adolf Loos und Elias Canetti, Hermann Broch und Egon Friedell. Als junge Schriftstellerin veröffentlichte Maria Lazar 1920 ihren ersten Roman: „Die Vergiftung“. Geschrieben hatte sie ihn bereits 1915, als sie gerademal zwanzig Jahre alt war. Das Werk blieb jedoch damals ohne großen Erfolg.

Die Romanhandlung umkreist das Leben der zwanzigjährigen Protagonistin Ruth. Sie erzählt darin von ihren Ängsten, von Hoffnungen und Unzulänglichkeiten, von ihrer zerstörerischen Liebe zu einem älteren Mann und ihrem mit brutaler Vehemenz ausgetragenen Kampf gegen die Vereinnahmungsversuche der Mutter. Die Familie Lazar verstand den Text jedenfalls als Schlüsselroman. Die untragbare Familiensituation, die im Roman anhand der vergeblichen Ausbruchsversuche der Protagonistin Ruth geschildert wird, sah die Familie als einen direkten Angriff auf sich selbst. Sie fühlten sich getroffen und bloßgestellt. Das Buch selbst geriet sehr schnell in Vergessenheit. Dem Wiener DVB Verlag ist es zu verdanken, dass diesem literarischen Werk durch eine Neuedition im Jahr 2015 eine zwar späte aber dennoch gebührende Würdigung zuteilwurde. Michael Rohrwasser schrieb in der „Wiener Zeitung“:

Es ist eigenartig, wenn ein Buch wie aus dem Nichts plötzlich wieder auftaucht. Man fragt sich, warum und wie das Werk ein Jahrhundert lang der öffentlichen Aufmerksamkeit entgehen konnte. Maria Lazar war nicht nur schriftstellerisch begabt, sondern pflegte auch die Bekanntschaft mit bedeutenden Zeitgenossen. Oskar Kokoschka porträtierte sie 1916 als „Dame mit Papagei“; Hermann Broch rühmte ihr Talent; Elias Canetti verewigte sie in seiner Autobiografie; Robert Musil erkannte in ihrem Debütroman einen rücksichtslos unbefangenen Blickund eine „Kraft im Figuralen“, und es störten ihn weder das Weibliche noch die jugendlichen Ellenbogen. Und trotzdem fehlt von Maria Lazar bis heute fast jeder Hinweis in der Literaturgeschichtsschreibung. Sie wurde aufs Gründlichste vergessen.

Die Erstausgabe des Romans „Die Vergiftung“ erschien 1920 im E. P. Tal Verlag & Co., Leipzig und Wien. Coverabbildung: Nach einer Kreidezeichnung, Gouache auf Papier, von Egon Schiele: Kniendes Mädchen in orangerotem Kleid (1910), Leopold Museum, Wien. Coverschrift gesetzt aus der Amiri. Musik: Unter Verwendung von Motiven aus der Cello Suite No.1 in G-Dur von Johann Sebastian Bach, gespielt von Aleksandra Walczak.

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