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„Die Basil and Josephine-Geschichten“ sind eine Sammlung von zwei separaten Kurzgeschichtenfolgen, die ursprünglich als Fortsetzungen in der Zeitschrift „The Saturday Evening Post“ erschienen. Einige davon wurden später in „Taps at Reveille“ und posthumen Kurzgeschichtensammlungen zusammengefasst. Fitzgerald hatte beabsichtigt, dass sich die beiden Titelfiguren irgendwann begegnen sollten, doch dazu kam es nie.
Die Basil-Geschichten schildern die emotionale Entwicklung einer Figur namens Basil Duke Lee, der als junger Mann im Mittleren Westen lebt und schließlich im Alter von 17 Jahren bereit ist, die Welt von Yale zu erobern. Basil war eine fiktionalisierte Version von F. Scott Fitzgeralds jüngerem Ich. Der Autor schöpfte aus seinen eigenen Erfahrungen als Kind und Jugendlicher. Im Verlauf der Geschichten ist er sich seines Potenzials nicht bewusst, bis zu dem Moment, in dem er es zu verlieren droht.
Zwischen 1930 und 1931 schrieb Fitzgerald auch fünf Kurzgeschichten über die Figur Josephine Perry. Diese Geschichten handeln von Teenager-Rebellion und dem Erwachsenwerden. Kritiker vermuten, dass Josephine auf Fitzgeralds Jugendliebe Ginevra King basiert. Sie ist ein eigenwilliges, wohlhabendes junges Mädchen aus Chicago. Josephine Perry wird deshalb auch als „Chicago Girl“ beschrieben, deren Familie eine prominente Rolle in der Gesellschaft spielt. Dies ermöglicht es ihr, Entscheidungen zu treffen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Als sie beispielsweise von der Schule verwiesen wird, wird sie dank des Einflusses ihres Vaters wieder aufgenommen. Im Gegensatz zu anderen rebellischen Teenagern wie Holden Caulfield versteht Josephine, dass sich ihre schulischen Probleme von selbst lösen werden.
Fitzgerald begann diese Geschichten um das Jahr 1928 zu schreiben, als er sich dem Druck widersetzte, eine Fortsetzung zu „Der große Gatsby“ zu verfassen. Während er an „Zärtlich ist die Nacht“ arbeitete, ersann er diese Geschichten und dachte dabei über seine Jugend im Mittleren Westen nach. Die Saturday Evening Post veröffentlichte den Großteil sowohl der Geschichten und verschaffte Fitzgerald damit ein reichliches und regelmäßiges Einkommen. Er merkte an, dass die Figuren das verkörperten, was er als „emotionale Bankrotterklärung“ bezeichnete, und es war in dieser Zeit, in der er auch einen Teil seiner Vergangenheit zurückerobern wollte.
Neu übersetzt aus dem Amerikanischen von Peter Eckhart Reichel nach den Veröffentlichungen der rechtefreien Originaltexte des Project Gutenberg of Australia. Covergestaltung unter Verwendung einer Titelblattgrafik für Vanity Fair von A. H. Fish „Dancing in the 1920“ / Dezember 1927. Coverschrift gesetzt aus der Dusty Rose NF. Schlussmusik: George Gershwin’s Prelude No.1, gespielt von Gregor Quendel (Pixabay)
Der Sprecher:
Ingolf Kloss, geb. 1973, kam 1994 als Co-Moderator zu Radio Leipzig, später Moderator und Produzent bei Radio Energy; seit 2000 ist er fest angestellter Moderator, Produzent und Musikredakteur bei Radio SAW, dort auch für alle Künstler-Interviews verantwortlich, seit 2003 hat er seine eigene tägliche Nachmittagsshow. Er lebt in Leipzig und Magdeburg. Nach seinen umfangreichen Romanlesungen „Der große Gatsby“ und „Zärtlich ist die Nacht“ und den gesammelten Erzählungen von F. Scott Fitzgerald folgten etliche weitere Literaturinterpretationen unterschiedlicher Werke von diversen Autoren.
Der Autor:
Francis Scott Key Fitzgerald (* 24. September 1896 in St. Paul, Minnesota; † 21. Dezember 1940 in Hollywood, Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Sein erster Roman This Side of Paradise (Diesseits vom Paradies), den er als 23-Jähriger Ende März 1920 veröffentlichte, machte ihn in kurzer Zeit berühmt. Gemeinsam mit seiner Frau Zelda Sayre führte er in den 1920er Jahren ein exzessives Leben. Das Ehepaar wurde in der US-amerikanischen Öffentlichkeit als typische Vertreter ihrer Generation wahrgenommen. Bereits in den 1930er Jahren war F. Scott Fitzgerald jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten. Dazu trugen auch sein Alkoholismus und die psychische Erkrankung seiner Frau bei. F. Scott Fitzgerald starb 1940 im Alter von nur 44 Jahren in der Überzeugung, sein Lebensziel verfehlt zu haben, sich als bedeutender Autor seiner Zeit zu beweisen. Fitzgerald setzt sich darin mit Themen wie Dekadenz, Ausschweifungen, Idealismus, Widerstand gegen Veränderungen und sozialen Umbrüchen auseinander. Er schuf dabei ein treffendes Porträt der sogenannten „Roaring Twenties“, den von wirtschaftlichem Wachstum, Prohibition, Kriminalität, Jazz und Flappern geprägten 1920er Jahren in den Vereinigten Staaten. (Quelle: Wikipedia)






