Im Schraubstock / Ungelöschte Momentaufnahmen (1976-1980) / Hörstücke nach Texten von Peter Eckhart Reichel

Titel: Im Schraubstock / Ungelöschte Momentaufnahmen (1976-1980) / Hörstücke nach Texten von Peter Eckhart Reichel
Autor: Peter Eckhart Reichel
Produkttyp: Ungekürztes Hörbuch
Erschienen: 2026
Format: mp3, 128 kbit/s
Gelesen von: Clemens Weichard, Peter Bieringer, Ingolf Kloss, Anne Theres Priemer, Martin Bross, Martina Sondermaier, Adam Hahne, Alma von Winterfell, Thomas Fedrowitz, Christoph Wittelsbürger und Steff Jungen
Spieldauer: 1 Std. und 32 Min.
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Thalia

Inhaltsangabe

  1. Vorwort (Weichard)
  2. Hym to Him (Bieringer)
  3. Im Schraubstock (Kloss) – 1977/79
  4. Ina im Regen an einer Haltestelle (Priemer)
  5. Schmerzen (Bross)
  6. Nachts entlassen (Sondermaier) – 1976
  7. 1 x Freiberg (Sachsen) mit Rückfahrt (Hahne) – 1980
  8. Freiberger Drainage (Hahne) – 1980
  9. Mädchen aus Paris (Kloss)
  10. Wer hat Angst (Priemer) – um 1978
  11. Open Air in Peitz: für Sven-Åke Johansson (Bieringer)
  12. Ein Abend hinter uns (Kloss) – Weinböhla 1977
  13. Dem Berge zu Gesicht (Bross) – Mai 1979
  14. Induktion: für Carlo K. – (Kloss)
  15. Das dicke Kind (Winterfell) – 1976/79
  16. Saragossa: für Gaby S. (Kloss) – Dezember 1979
  17. Nach (Bross) – 1980
  18. Ein Stück Mensch (Kloss) – 1977
  19. Erinnerung an ein Mädchen namens „Pudding“ (Priemer) -1977/79
  20. Zerbrochene Engel im Park-Hotel (Kloss) – 1977/79
  21. Von den einen, einer (Bross) – 1977
  22. Kiste – am oberen Ende der Grundstraße (Weichard)
  23. D-Zug: Dresden-Berlin (Priemer) – 1977
  24. Stammtischrepublik: für G. Benn (Fedrowitz) – 1977/79
  25. Kleines Abschiedsgedicht: für G. Kunert (Priemer) – 1976/79
  26. Vom großen Lügenmaul (Kloss) – 1977
  27. Wir, die Pflastersteine (Kloss)
  28. Unterdrückung (Bross) – Mai 1979
  29. Prolet (Hahne)
  30. Schlachthof (Jungen) – 1976
  31. Montag, am Morgen (Hahne) – 1976
  32. Straßenbahngespräch (Jungen)
  33. Schluss jetzt! (Hahne) – 1978
  34. Badewasser am Freitagabend (Sondermaier)
  35. Krebs (Kloss) – 1976/79
  36. Drei kleine Worte über meine Heimat: für H. Heine (Priemer)
  37. Böser Trau (Winterfell)
  38. An das Land, in dem ich lebe (Kloss) – 21.12.1977
  39. Erziehung zu Deutsch (Weichard)
  40. Berge der Nacht (während einer Wache auf die Stahltür einer Panzergarage gekritzelt) (Kloss) – 14.8.1977
  41. Kettenglieder (Bross) – 9.7.1977
  42. NVA-Offiziere begehen den Jahrestag der großen sozialistischen Oktoberrevolution in einem Waldgebiet bei Lübtheen in Mecklenburg (Kloss) – 1978
  43. Meister Lieberwirth erzählt vom Krieg (Wittelsbürger)
  44. Böser Traum Zwei (Priemer)
  45. REAL (Kloss) – 1977
  46. Marschgesang (Kloss) – 1977
  47. Was es Neues gibt (Bross) – 1977
  48. NVA-Nachlese (Bross) – 1979
  49. Ich erinnere mich (Priemer)
  50. Blödsinn (Kloss)

Infotext:

Inspiriert von der damaligen „bleiernen“ Zeit und den Alltagserlebnissen in der DDR, stehen diese Momentaufnahmen wie Zeitzeugnisse einer vergangenen Epoche. Es sind mal wütende, mal verzweifelte, manchmal aber auch ironisch-collageartige Textauswürfe in der Tradition des automatischen Schreibens verfasst. Fast alle Texte entstanden an den Orten, die sie thematisch beschreiben. Sie beschäftigen sich mit dem stupiden grauen Arbeitsalltag, mit Umweltzerstörung, mit Freizeitbeschäftigungen, Kneipen- oder Konzertbesuchen, sind aber auch einigen literarischen Vorbildern gewidmet oder reflektieren frustrierende Erfahrungen aus der Grundwehrdienstzeit des Autors (1977-1979), die er als Soldat in einer Rostocker Kaserne verbringen musste. Lange bevor solche Begriffe wie Spoken-Word, Poetry- Slam oder Performance-Poesie zu Schlagwörtern wurden, entwickelte der Autor seinen eigenen Stil, der deutlich expressionistische oder dadaistische Chiffren und freie Rhythmen mit Einflüssen des Freejazz zu vereinen suchte. Mit dieser „sprachlichen Verschlüsselungstechnik“ versuchte er den „ungebetenen Leser“ dieser Texte in die Irre zu führen und dennoch eindeutige Botschaften via Subtext zu vermitteln. Eine Veröffentlichung in der DDR war nicht vorstellbar und wurde vom Autor auch nicht in Erwägung gezogen. Eine Verbreitung der Texte fand während ihrer Entstehungszeit nur von Hand zu Hand oder von Ohr zu Ohr statt. Alle Texte stammen von Peter Eckhart Reichel und entstanden in der DDR in den Jahren 1976 bis 1980. Sie wurden 2026 für diese Ausgabe von ausgewählten Sprecherinnen und Sprechern des Verlags hoerbuchedition words & music produziert und vom Autor mit Musik und Geräuschen unterlegt.

Zur Information:

Mit der Reihe: VERSCHLUSSSACHEN – DIE BIBLIOTHEK DER UNBEKANNTEN DDR-AUTOREN wird der Versuch unternommen, diese bislang unbekannte Literatur erstmals in Teilen öffentlich zugänglich zu machen. Der Verlag wird sich darum bemühen, noch weitere Autoren und ihre unveröffentlichten Werke aufzuspüren und in dieser Reihe vorzustellen.

Die Einschränkung von freiem Denken, künstlerischem Handeln und Meinungsfreiheit ist in vielen Teilen der Welt weiterhin bittere Realität. Autokratische Regime und Diktaturen fürchten die Macht des freien Wortes und sehen in Künstlern und Schriftstellern häufig eine Bedrohung für ihre Machtbasis. Auch die Androhung von Freiheitsstrafen ist noch immer ein zentrales Instrument, um Künstler zur Selbstzensur zu zwingen. Aus diesem Grund werden alle Lizenzerlöse dieses Hörbuchs an die Organisation Amnesty International Deutschland e.V. gespendet. Alle an diesem Projekt beteiligten Künstler und auch der Autor und Hörbuchverlag verzichten auf jegliche Honorare, Einkünfte und Tantiemen. Mein spezieller Dank geht deshalb an alle Sprecherinnen und Sprecher, die an der Entstehung dieses Hörbuches mitgewirkt haben, ebenso an den Künstler Helge Leiberg, der die kostenfreie Verwendung der Titelbildgrafik ermöglichte. – Peter Eckhart Reichel, Berlin im März 2026.

Über den Autor:

Peter Eckhart Reichel, 1957 in Dresden geboren, lebt und arbeitet heute als Autor und Hörbuchproduzent in Berlin.

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