Drei Hörspiele

Titel: Drei Hörspiele
Autor: Peter Eckhart Reichel
Produkttyp: Ungekürzte Hörspiele
Erschienen: 2025
Format: mp3, 128 kbit/s
Gelesen von: Manfred Steffen, Otto Sander, Andreas Mannkopff, Marie Gruber, Irm Hermann, Gerd Wameling, Hans Teuscher, Dána-Maria Dewerny, Thomas Fedrowitz u.v.a.
Spieldauer: 5 Std. und 11 Min.
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Thalia

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe:

„Barclay und Felipe“ entstand als Hörspielproduktion des SFB (heute RBB) 1996 / Regie: Hans Gerd Krogmann und wurde als CD-Veröffentlichung für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 in der Kategorie: Beste Fiktion nominiert.

„Ubu Rex Saxonia“ wurde im Jahr 2008 realisiert und ist als bitterböse Polit-Satire zu verstehen, es zieht die Machtgier und Tyrannei seiner Figuren ins Lächerliche und Groteske. Diese können u.a. als Travestien von Shakespeare-Figuren gesehen werden: Ubu als Parodie des „König Lear“, Frau Ubu als (sächsisch sprechende) „Lady Macbeth“. Zu allem gibt es auch genügend Parallelen in unsere Gegenwart. Wir haben es also hier mit einer permanenten wechselseitigen Durchdringung von Komik, Tragik und Groteske zu tun, die durchaus nicht einer sozialkritischen Komponente entbehrt und dem  Zuhörer das Lachen häufig im Halse stecken bleiben lässt. Der geistige Urheber war Alfred Jarry (1873-1907), ein französischer Schriftsteller. Mit provokanten Theaterstücken wie Ubu roi (Uraufführung 1896; König Ubu) beeinflusste er die Dramatik der Moderne bis hin zum absurden Theater nachhaltig. Das Hörspiel wurde auf der hr2-Hörbuchbestenliste im Februar 2009 als persönlicher Tipp von Helmut Böttiger aufgeführt: „…Herausragende Sprecher, verblüffende Anspielungen: eine merkwürdig aktuelle Politsatire, eine tatsächlich geglückte Coverversion.“

„Im Palast um vier Uhr früh“– dieses Hörspielmanuskript entstand bereits im Jahr 1999. Damals wurde es von allen Hörspielredaktionen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten abgelehnt und verschwand anschließend für 25 Jahre in einer Schublade des Autors. Zum Zeitpunkt seiner Entstehung war an eine Eigenproduktion allein wegen fehlender technischer Möglichkeiten überhaupt noch nicht zu denken. Dies hat sich erfreulicherweise grundlegend geändert. Der Hartnäckigkeit der Sprecherin Dána-Maria Dewerny ist es zu danken, dass sie nach einem Hörspieltext suchte und sich schließlich für dieses Manuskript entschied. Ein glücklicher Zufall wollte es auch so, dass sich der Sprecher Thomas Fedrowitz ebenso für die Thematik wie auch für den Inhalt begeisterte und er sogar über ein eigenes kleines Wortstudio verfügte. Innerhalb zweier Aufnahmesitzungen im Sommer 2024 waren die Dialoge eingesprochen. Die Postproduktion und Regie übernahm schließlich der Autor selbst.

Infotext:

Titel: Drei Hörspiele von Peter Eckhart Reichel

Gelesen von:  Manfred Steffen, Otto Sander, Andreas Mannkopff, Marie Gruber, Irm Hermann, Gerd Wameling, Hans Teuscher, Dána-Maria Dewerny, Thomas Fedrowitz  u.v.a.

1: Barclay und Felipe (1 Std. und 8 Min.)

Diese surreale Komödie spielt an einem unheimlichen Ort. Es könnte ein Altenheim für betagte Künstler sein, wenn nur nicht die Unterkunft mehr einem Gefängnis ähnelte. Oder befinden sich die Alten etwa doch in einer Irrenanstalt, in der sie ihre Phantasmen scheinbar grenzenlos ausleben können? Der sinnliche, mal witzige, mal melancholische Dialog nimmt am Ende eine überraschende Wende.

Samuel Barclay Beckett (1906-1989) und Salvador Felipe Jacinto Dalí (1904-1989) sind sich zu Lebzeiten vermutlich niemals begegnet. Dieser Umstand inspirierte den Autor, das ungewöhnliche und fiktive Aufeinandertreffen der beiden Individualisten zu arrangieren.

2: Ubu Rex Saxonia – frei nach dem Bühnenstück „Ubu Roi“ von Alfred Jarry (2 Std. und 27 Min.)

Seit 1896 steht nun diese merkwürdig-skurrile Theaterfigur KÖNIG UBU auf den Bühnen dieser Welt und sorgt noch immer für heftige Kontroversen. Viele Künstler haben sich seither und immer wieder von Alfred Jarrys Textvorlage neu inspirieren lassen und schufen ihre eigenen Betrachtungsweisen auf das Stück. Nun betritt dieser unsterbliche Unhold erstmals ganz neues Terrain: das Königreich Sachsen in nicht weit entfernter Zukunft.

Wir schreiben das Jahr 2020. Durch ungezügelte Bürokratie, dreister Vetternwirtschaft und kapitalhörigem Lobbyismus wurde der einstige Freistaat Sachsen in Grund und Boden gewirtschaftet. Durch einen Volksentscheid herbeigeführt, regiert daher seit einem Jahrzehnt in Dresden wieder eine Monarchie unter König Kazimir. Die Hauptfigur des Hörspiels – Herr Ubu – ist Regierungssprecher und persönlicher Zeremonienmeister am Hofe des sächsischen Königs. Der feige, fette und machtbesessene Ubu wird von seiner sächsischen Gattin angestiftet, durch ein Attentat den Königsthron zu usurpieren. Mit Unterstützung eines Offiziers der Leibgarde des Königs und dreier Spießknechte, gelingt ihm sogar der tödliche Staatsstreich und so wird er zum illegitimen Herrscher über Sachsen. Aber der neue König ist ein gefräßiges Monster. Er besteht fast nur aus Bauch, ein Merkmal seiner pataphysikalischen Herkunft und Allgegenwart. Er mordet, massakriert den Hofstaat, bereichert sich maßlos auf Kosten seines Volkes, weil und wie es ihm gerade Spaß macht. König Ubu begeht seine Verbrechen aber nicht nur, um Ruhm und Herrschaft zu erlangen, er kämpft auch blutrünstig um die Blutwurst, den Regierungs-Rolls-Royce, den „schiddscheriehngriehnen“ Lodenmantel und um den Regenschirm – die trivialen Bedürfnisse des Spießers bestimmen seine Antriebskräfte. Doch schon bald erhebt sich Widerstand…

3: Im Palast um vier Uhr früh (1 Std. und 10 Minuten)

In einem der heruntergekommenen Ateliers des Gebäudes Rue Hippolyte-Maindron 46 im 14. Pariser Arrondissement. Eine Sommernacht des Jahres 1933. Den Schweizer Alberto Giacometti lernt Meret Oppenheim kurz nach ihrer Ankunft in Paris kennen, als er gerade an seinen surrealistischen Objekten arbeitet. Sie besucht ihn in seinem Atelier und beide führen einen intensiven Dialog, welcher erst im Morgengrauen endet. Er verliebt sich in dieser Nacht in die zwölf Jahre jüngere Künstlerin, doch seine Liebe wird nicht erwidert …

Rechtehinweise: Covergestaltung unter Verwendung eines Freskos von Giovanni Domenico Tiepolo, Detailausschnitt, ca.1793. „The Swing of Pulcinella“ ist eine Wand- oder Deckenmalerei von Tiepolo, die um 1791–1793 entstand und aus seiner Villa di Zianigo in der Nähe von Mirano stammt. Das Fresko, das im Rococo-Stil gehalten ist, wurde abgelöst und ist heute Teil der Sammlung des Ca‘ Rezzonico Museums in Venedig, Italien. Es zeigt Pulcinella, eine Figur aus der Commedia dell’arte, in einer dynamischen und perspektivisch interessanten Szene. Coverschrift gesetzt aus der Bovino Trial.

Die Sprecher und Sprecherinnen:

Manfred Steffen, (* 28. Juni 1916 in Hamburg; † 22. Januar 2009 in Halstenbek) war ein deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Synchronsprecher.

Otto Sander, (* 30. Juni 1941 in Hannover; † 12. September 2013 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher.

Andreas Mannkopff, (* 17. Mai 1939 in Berlin; † 9. Oktober 2015 ebenda) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Marie Gruber, (* 11. Juni 1955 in Wuppertal; † 8. Februar 2018 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin, Hörspiel- und Synchronsprecherin.

Irm Hermann, eigentl. Irmgard Hermann-Roberg (* 4. Oktober 1942 in München; † 26. Mai 2020 in Varel) war eine deutsche Schauspielerin und Hörspielsprecherin.

Gerd Wameling, (* April 1948 in Paderborn) ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler, Synchronsprecher und Hörspielsprecher sowie Hörbuchsprecher.

Hans Teuscher, (* 10. April 1937 in Dresden; † 31. Oktober 2015 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Synchron- und Hörspielsprecher.

Dána-Maria Dewerny, die gebürtige Berlinerin begann ihre künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und beendete sie mit dem Diplom als Opernsängerin. Nach vielen Jahren auf der Opernbühne  entschied sie sich 2019, ihren Fokus auf die Arbeit vor dem Mikrofon zu setzen. Sie absolvierte eine zusätzliche Ausbildung als Schauspielerin und Sprecherin und arbeitet seitdem als Hörbuch-, Hörspiel- und Synchronsprecherin.

Thomas Fedrowitz, geboren 1968, aufgewachsen in Chile und Osnabrück, studierte Schauspiel in Berlin, lebte in Prag und Paris. Er spielt seit Jahren in der freien Theaterszene und singt in verschiedenen Musikformationen. Als Sprecher ist er in vielen Hörspielen zu hören.

Der Autor:

Peter Eckhart Reichel, geb. 1957 in Dresden, ist Autor, Hörspielregisseur und Hörbuchproduzent. Er erhielt für mehrere seiner Hörbuchproduktionen anerkannte Auszeichnungen, u. a. durch die Juroren der hr2-Hörbuchbestenliste oder zwei Nominierungen für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 und 2011, darunter auch eine für sein Hörspiel „Barclay & Felipe“.

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